Mittwoch, 22. Mai 2013

Von alltäglichen Überlebensstrategien

Gestern habe ich gelesen, dass Feuerameisen ihre unterirdischen Gänge immer so bauen, dass sie nicht einstürzen bzw. wenn sie einstürzen schnell repariert werden können. Diese Perfektion soll jetzt auch in die Robotertechnologie einfließen.
Ob Feuerameisen und Wanderameisen da Gemeinsamkeiten haben? Ein großes Nest zu haben, das man mittels pefekter Technik vor dem Einsturz schützt...- das kommt mir bekannt vor! Perfektion heißt in meinem Falle: Um jeden Preis eine heile Welt erschaffen und daran festhalten, komme, was wolle. Die Stützpfeiler meines Nestes sind Liebe und Vertrauen, aber auch ein gutes Maß an Aufopferung (wenn einer der Pfeiler wackelt, lehne ich mich so lange dagegen, klopfe solange die Wand fest, bis die Gefahr abgewendet ist). Es gibt viele Zugänge zu meinem Nest, die alle bewacht, beschützt und gepflegt werden wollen – da geht einiges an Zeit und Energie drauf. Leider habe ich oft das Gefühl, die einzige Ameise zu sein, die sich um den Zusammenhalt des großen Ganzen bemüht. Wo sind die Anderen aus meiner Kolonie? Gibt es bei Ameisen -wie bei den Bienen- eigentlich auch die faulen Männchen, die nichts außer Sex mit der Königin im Kopf haben? Manchmal sehe ich um mich herum nur wuselnde Weibchen, die sich jeden Tag aufs Neue mit Aufbau- und Reparaturarbeiten mühen, (an)getrieben durch ihre Instinkte, unermüdlich und doch oft so erschöpft...
Wenn ein Gang einstürzt, so heißt es in dem Artikel weiter, dann ist er so konstruiert, dass er die Ameise nicht am Fortkommen hindert. Daran sollte ich mir ein Beispiel nehmen: Wenn um mich herum vermeintlich die Welt zusammenbricht, so komme ich doch unbeschadet aus der Sache heraus. Der Gang geht weiter. Der Tag ist noch lang. Sand abschütteln, Augen reiben – weiter geht’s.

Samstag, 11. Mai 2013

Von positiven und negativen Vorurteilen

Nachdem ich mich ein wenig über das Leben der Wanderameisen schlau gemacht habe, muss ich meine Sympathie für diese Spezies vielleicht ein wenig einschränken - die Wanderameise ist zwar tatsächlich ein geselliges Geschöpf, dies aber hauptsächlich aus einem Grund: Essen. Soweit könnte ich das ja noch unterstützen, schließlich nehme ich meine Mahlzeiten auch nur ungern alleine ein. Nahrung bedeutet aber für die Wanderameise grundsätzlich Krieg (was mir als pazifistischem Gutmenschen ja per se unsympathisch ist). Heerscharen von ihnen fallen, teilweise in militärischer Formation incl. Vorhut, Flankenschutz und Nachhut, über die Futterquelle her und hinterlassen rund um ihr Nest eine einzige Ödnis - Grund für die regelmäßigen Umzüge. Klingt irgendwie nicht ganz so nett wie im Klischee von der fleißigen Ameise, oder?
Aber was den Pfau angeht, bleibe ich bei meinem Urteil. Alles mehr Schein als Sein. Selbst die Schwanzfedern, von denen die Weibchen sich so beeindrucken lassen (je länger desto eher - da behaupte noch einer, Länge sei unwesentlich...), sind gar nicht wirklich bunt, sondern leben nur von der Interferenz des Lichts, das das eigentlich graue Gefieder schillern lässt. Abgesehen von der Angeberei bei der Balz bringt sich der Pfau dann auf der Beziehungs- und Familienebene selten bis gar nicht ein - die Brutpflege überlässt er dem Weibchen, und auch von lebenslanger Treue wie beim Schwan habe ich nichts gelesen. Insgesamt also ein ziemlicher Blender, der Vogel.
Da sortiere ich mich doch lieber in die Kategorie Kampfameise ein. Oder überlege mir neue Kategorien. Oder schaffe es vielleicht, das Schubladendenken ganz aufzugeben. Zugegeben ein hoher Anspruch.

Montag, 6. Mai 2013

Von Pfauen und Wanderameisen

Der Mensch liebt das Kategorisieren. Er unterteilt die Welt in Hunde- und Katzenmenschen, Tee- oder Kaffeetrinker, Berg- oder Meeresurlauber. Das ist sicherlich manchmal hilfreich und erhöht die Auflage so manches Beziehungsratgebers („Warum Hundemenschen und Katzenmenschen nicht zusammenpassen”), ich fühle mich durch die gängigen Kategorien aber nur ungenau beschrieben. Auch wenn ich mich recht eindeutig verorten kann (Katze! Kaffee! Meer!). 
Daher nun ein neues Gegensatzpaar: Pfauen und Wanderameisen. Pfauen, die eitlen Selbstdarsteller der Tierwelt, die ihr zugegebenermaßen gutes Aussehen mit einer schrillen Stimme konterkarieren. Deren Körper schöner Schein ist, Blendwerk, um die Außenwelt zu beeindrucken. Deren Hauptlebensaufgabe darin besteht, herumzustolzieren und Räder zu schlagen. Denen genau deswegen Bewunderung entgegenschlägt. Ok, ich rede hier von den männlichen Vertretern der Gattung, aber ein wenig Pauschalisierung muss bei dieser Art von Schubladendenken ja wohl erlaubt sein...
Und nun, auf der anderen Seite, die Wanderameise, der ich mich - der aufmerksame Leser wird es bemerkt haben - deutlich mehr verbunden fühle als dem Pfau. Ständig unterwegs im Dienste der Sippe, intelligent durch Netzwerken, das Herdentier der Insektenwelt. Ohne ihre Familie, den Staat, ist sie verloren, für sie opfert sie sich auf. Das Einzelkämpferdasein  liegt ihr nicht. Zugegeben, nur ein Liebhaber wird sie als schön bezeichnen - aber sie ist zäh und sportlich, und das nötigt dem Beobachter Bewunderung ab. Unter den Lasten, die sie trägt, würde mancher Pfau zusammenbrechen.
Zeit, der Wanderameise ein wenig mehr Aufmerksamkeit zu schenken. 

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